AUDITORIX: AKTUELLES

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Zur Erzählkraft von Musik

Bildnachweis: c/o pänz / Christine Trewer

Der Held wird verfolgt. Hektische Geigenklänge scheinen ihn noch zusätzlich anzutreiben. Und den Puls des Zuschauers auch. Szenenwechsel. Der Held schaut seiner großen Liebe tief in die Augen. Die Geigen klingen nun zärtlich und versöhnlich. Dem Zuschauer wird es warm ums Herz. In jedem Hörspiel und jedem Film kommt Musik zum Einsatz. Das klingt nicht nur schön, sondern unterstreicht auch die Dramaturgie der Handlung. Und erzeugt gezielt Stimmungen: traurig, spannend, lustig, unheimlich.
Wie das funktioniert, haben die schwedischen Forscher Patrik Juslin und Petri Laukka von der Universität Uppsala erforscht. Sie fanden heraus, dass wir unsere emotionale Stimmung beim Sprechen durch bestimmte Klangmuster ausdrücken. Da die meisten Menschen Empathie empfinden, sich also in ihr Gegenüber hineinfühlen können, übertragen sich diese Emotionen auch auf den Zuhörer bzw. die Zuhörerin.
Die Forscher stellten außerdem fest, dass vergleichbare emotionale Prozesse im Gehirn stattfinden, wenn in Musikstücken ähnliche Klangmuster wie beim Sprechen auftreten. Eine schnelle, leise und unstete Sprechweise beispielsweise verrät Angst. Schnelle, leise und etwas flatterhaft gespielte Musik wiederum lässt unser Gehirn eben jene Botenstoffe ausschütten, die Angstgefühle hervorrufen. Dadurch können wir zum Beispiel mit einem Filmschauspieler – dem Helden in virtueller Gefahr – ganz real mitfiebern.

Kinder können die Erzählkraft bestimmter Klangmuster mit der AUDITORIX-Musikbox entdecken. Viele verschiedene Musikstücke mit unterschiedlichen Stimmungen stehen dort zum Anhören bereit. Auch herunterladen können die jungen User einzelne Tonfolgen. Damit können sie spielen, experimentieren oder sogar ihr eigenes Hörspiel gestalten.