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Die Gute-Laune-Musik-Formel

Bild: Enrico Duddeck

An manchen Tagen fährt das Gefühlskarussell Achterbahn. Wäre es da nicht toll, eine Auswahl an Songs zu haben, die einem garantiert wieder bessere Laune verschafft? Auf die wissenschaftliche Suche nach einer Formel für Gute-Laune-Musik hat sich der niederländische Neurowissenschaftler Dr. Jacob Jolij von der Universität Groningen jüngst begeben. Ergebnis seiner Forschung: Eine mathematische Gute-Laune-Formel sei schwer definierbar, da Musikvorlieben sehr individuell seien. Einige objektive Faktoren konnte er aber ausmachen: Das Tempo von Gute-Laune-Musik liegt mit 140 bis 150 Beats pro Minute im Schnitt deutlich höher als das eines durchschnittlichen Pop-Songs, der auf 118 Schläge pro Minute kommt. Außerdem sind fast alle der fröhlichen Songs in Dur-Tonart geschrieben. Und die meisten handeln von positiven Dingen, wie einem Ausflug zum Strand, einer Party oder Unternehmungen mit geliebten Menschen. Auf Grundlage seiner Forschungsergebnisse hat Jolij auch eine Playlist zusammengestellt. Die Top 3: „Don’t stop me now“ von Queen, „Dancing Queen“ von ABBA, „Good Vibrations” von den Beach Boys.

Übrigens sind auch fast alle Schlaflieder für Babys und Kinder ähnlich aufgebaut. Sogar über Kulturgrenzen hinweg. Durch den charakteristischen Rhythmus – die meisten Schlaflieder werden im 6/8-Takt gesungen – entstehe eine Art Schaukelbewegung. Diese erinnere die Babys an die Bewegungen im Mutterleib, meint Sally Goddard Blythe. Sie ist die Leiterin des Instituts für Neuro-Physiologische Psychologie (INPP) in Chester/England und Autorin zahlreicher Bücher zur Entwicklung von Kindern.

Weiterer schöner Nebeneffekt des Gute-Nacht-Rituals: Das Vorsingen von Schlafliedern kann Herzfrequenz, Angstzustände und das subjektive Schmerzempfinden von Kindern senken. Das fanden Wissenschaftler der Londoner Universität Roehampton heraus. Höchste Zeit also, das Mond- und Schäfchen-Repertoire zu erweitern. Nicht zuletzt, weil Singen auch der Gesundheit von Erwachsenen zuträglich ist.